Auf nach Paris!

Das Schwerpunkt-Thema zum Weltklimagipfel in Paris.

Sommer 2015: Hitze ohne Ende

Überraschung!
Der Sommer 2015 setzt im Endspurt noch einmal alles daran, den bisher heißesten (den Sommer 2003) vom Thron zu stoßen und schickt die mittlerweile fünfte Hitzewelle ins Rennen. Doch trotz Rekorden an allen Ecken und Enden, für Gold reicht’s am Ende überraschenderweise nicht: Der Sommer 2015 geht zwar als extrem heißer, nicht aber als der heißeste in die österreichische Geschichte ein. Doch wie schon 2003 stellt auch der heurige eine Naturkatastrophe ungeheuren Ausmaßes dar. Eine Bilanz zum Sommerende.

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Ein Sommer auf Rekordjagd

Der Horror kehrt zurück
Der Sommer 2003 gilt in vielen Ländern Europas als der heißeste der Geschichte und gleichzeitig auch als eine der größten Naturkatastrophen des Kontinents. Die Wahrscheinlichkeit einen solchen nochmal erleben zu dürfen/müssen, ist diversen Studien zufolge äußerst gering; eine aus dem Jahre 2004 sieht die Wiederkehrperiode gar bei 9000 Jahren! Doch dem heurigen Sommer scheint das wurscht zu sein, er setzt nämlich alles daran, den Horror von 2003 nach nur 12 Jahren zu wiederholen – eine Bilanz zur Sommer-Halbzeit.

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Die FPÖ und der Klimawandel

Die FPÖ weiß es besser!
Barack Obama hat es getan, Papst Franziskus hat es getan, Angela Merkel tut es schon länger: Den Klimawandel als reales Problem anzuerkennen. Nicht so die Umweltsprecherin der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Susanne Winter: Diese sieht im Klimawandel ein „Lügengebäude“, wie sie erst kürzlich im österreichischen Parlament von sich gab.

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Päpstlicher Sanktus

Nun äußert sich also auch das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Franziskus, in seiner Enzyklika “Laudato si” (“Gelobt seist Du”) zum Klimawandel, welche am 18. Juni 2015 erschienen ist. Und ich für meinen Teil bin überrascht! Und zwar positiv …

Nicht, dass da jetzt irgendwelche neuen Erkenntnisse drinnen stehen würden. Nein, ich bin überrascht ob der Klarheit seiner Worte – noch im Vorfeld war spekuliert worden, dass Franziskus sich diplomatisch verhält und – um ja niemanden seiner Schäfchen (wie auch Mitarbeiter) zu verkraulen – mehr ein “es könnte sein, aber man weiß es nicht so genau” von sich gibt. Aber nein, stattdessen sagt er klipp und klar:

Der Klimawandel ist ein globales Problem mit schwerwiegenden Umwelt-Aspekten und ernsten sozialen, wirtschaftlichen, distributiven und politischen Dimensionen; sie stellt einer der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar. […] Wir wissen, dass die Technologie, die auf der sehr umweltschädlichen Verbrennung von fossilem Kraftstoff – vor allem Kohle, aber auch von Erdöl und, in geringerem Maße, Gas – beruht, fortschreitend und unverzüglich ersetzt werden muss.

Papst Franziskus

Bild: Papst Franziskus findet überraschend klare Worte zum Klimawandel (Bild APA)

Bedenkt man, dass es auf dieser Welt noch immer bedenkliche Strömungen gibt, die den Klimawandel als “gottgewollt” abtun bzw. diesen leugnen, ein wichtiger wie mutiger Schritt dieses Papstes – schon allein deshalb, weil er damit den Leugnern so ziemlich vor den Kopf stößt. So hat Marco Rubio, seines Zeichen Senator aus Florida, erst kürzlich dieses Statement von sich gegeben:

Marco Rubio

Marco Rubio (Foto: Wikipedia)


Ich glaube nicht, dass menschliche Aktivitäten diese dramatischen Veränderungen unseres Klimas verursachen, wie diese Wissenschafter es darstellen.1

 

 

 

Noch extremer sein Kollege aus Pennsylvania, Rick Santorum:

Rick Santorum

Rick Santorum (Foto: Wikipedia3)


[…] dass die Idee, die Produktion von CO2, ein Spurengas in der Atmosphäre – und der menschgemachte Teil dieses Spurengases ist wiederum ein Spurengas – sei irgendwie verantwortlich für den Klimawandel, ist, so denke ich, offensichtlich absurd, […].2

 

 

 

 

Abgesehen davon, dass Santorums Aussage nun wirklich völlig sinnentlernt ist, die beiden kandidieren für den Job des US-Präsidenten! Kein Schmäh! Sind aber zum Glück katholisch – der Papst pfuscht diesen Herren mit seiner Enzyklika also ordentlich rein ;)

Leute, man kann zu Kirche und Religion stehen wie man will. Schon im Vorfeld hab ich mir – im Freundeskreis, unter Kollegen wie auch in meiner Arbeit – anhören müssen/dürfen: “Wen interessiert, was die Kirche zu sagen hat?” Faktum ist aber, dass es rund 1,2 Milliarden Katholiken auf dieser Welt gibt; in Afrika und Südamerika hat das Wort des Papstes nach wie vor noch Gewicht, in der übrigen Welt genießt das katholische Oberhaupt – allen voran Franziskus – zumindest noch ein gewisses Ansehen. Dahingehend, und weil sich diese Enzyklika nicht nur an Katholiken, sondern an alle Menschen „guten Willens“ richtet, erwarte ich mir – speziell für die Weltklimakonferenz in Paris im Dezember 2015 – einen ordentlichen Input im Kampf gegen den Klimawandel, denn, wie Franziskus folgerichtig anführt:

Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle.

Damit haben wir Meteorologen quasi den päpstlichen Sanktus erhalten ;)

PS: Freilich behandelt diese Enzyklika auch andere umwelt- und gesellschaftspolitische Themen wie auch Glaubensfragen, die ich allerdings nicht mit der gleichen Aufmerksamkeit gelesen habe – diese Enzyklika besteht ja dann doch aus 200 Seiten, deshalb auch nicht kommentieren möchte bzw. kann …

Wer darin blättern will:

enzyklkia


Fußnoten:
1
CBS News-Interview vom 19.04.2015

2 Interview aus dem Jahre 2011
Foto: Gage Skidmore / CC BY-SA 3.0